Linda Assassina

bloggt über alles - außer über Portugal

Brandbücher - von Birgit Ebbert

Bücherverbrennung im Mai 1933: Die Studenten der Stadt Münster waren besonders eifrigEule Gaudi Barcelona Spanien

Die Autorin, Dr. Birgit Ebbert, ruft uns in ihrem Kriminalroman "Brandbücher" eindrücklich ein oftmals verdrängtes Ereignis deutscher Geschichte in Erinnerung: Die Bücherverbrennungen im Mai 1933. Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, habe es innerhalb weniger, intensiver Stunden gelesen und empfehle es jetzt jedem in meinem Umfeld: Meinen beiden erwachsenen Söhnen, meiner Mutter, den Freunden. Das Buch ist, soweit ich es beurteilen kann, äußerst sorgfältig recherchiert - und auf ihrer website www.buecherverbrennung.de gibt Dr. Birgit Ebbert darüber hinaus eine Fülle

an Informationen weiter an Interessierte - beispielsweise dieses: >>Vom 26. April bis zum 10. Mai 1933 sammelten Mitglieder der Kampfausschüsse vor Ort in den Bibliotheken und Buchhandlungen die Bücher, die auf der schwarzen Liste standen, die am 26. April versandt wurde. Darüber hinaus gab es Sammelstellen, dort konnten Bürger ihre Bücher abgeben. ... . In Münster haben sich auch die Buchhandlungen aktiv an der Aktion beteiligt, in einem Brief an den Kampfausschuss Wider den undeutschen Geist teilten sie am 6. Mai 1933 mit: “Die im Ortsverein der münsterschen Buchhändler zusammengeschlossenen unterzeichneten Mitglieder des Börsenvereins begrüßen lebhaft den von der Studentenschaft der Universität Münster bekundeten Willen, undeutschen Geist in deutschem Schrifttum schärfstens zu bekämpfen. Einige Buchhändler haben nachträglich in einem Brief oder in der Zeitung darauf hingewiesen, dass sie sich selbstverständlich auch der Aktion anschließen würden.>>

Ein schweres, bedrückendes Thema, und trotzdem "leicht" zu lesen, da man förmlich in die Nachforschungen der 24jährigen Romanheldin hineingesogen wird, die im Haus ihrer verstorbenen Großtante auf 70 Jahre alte Postkarten stößt. Und ja - es ist ein spannender Krimi, natürlich mit einer kleinen Romanze gewürzt....und doch vergisst man nie worum es geht. Ich gebe hier das von der Autorin gewählte Zitat von Heinrich Heine weiter - als Fazit:
"Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen."

 

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